Die Praxis

In der gemeinsamen Arbeit sind meine Klient*nnen auf ihrer Bühne mit ihrer Visions- und Schöpferkraft, ihrem kreativen Potential, ihrem Fassettenreichtum, ihrem Humor, ihrer stillen Schönheit, ihrer Intuition, ihrer Lebendigkeit und ihrer Empfindsamkeit, alles im selbstgewählten Fokus, als Akteure*innen und Beobachter*innen ihrer Gefühle.

Häufig fehlen Informationen und der vertraute Raum, um wieder spüren, reflektieren und neu einodnen zu können; und, um die seit vielen Jahren unterdrückten Gefühle zu entwirren und sich nicht mehr damit zu identifizieren.

Kulturgeschichtlich betrachtet ist klar, dass die jeweilige Kultur mit ihrer je spezifischen Sprache, Vorstellungswelt und den ihr eigenen Werten und Normen identitätsstiftend ist. Die kollektive oder „Wir“-Identität existiert nicht außerhalb der Individuen, die dieses „Wir“ konstituieren und tragen, sie ist eine Sache individuellen Wissens und Bewusstseins. Das Bewusstsein sozialer Zugehörigkeit erklärt sich wiederum aus dem Teilhaben an einem gemeinsamen Gedächtnis und einem gemeinsamen Wissen, was durch ein gemeinsames Symbolsystem vermittelt wird, wie durch Sprache, Texte, Riten, Tänze, Essen und Trinken, Ornamente, Tätowierungen etc.

 

In einer heteronormativen, zumeist „weißen“ Welt, in der Leistungsfähigkeit und funktionieren wichtige Maßstäbe sind, macht jede*r, der*die von dieser Norm abweicht die Erfahrung des anders-seins. Oftmals löst das anders-sein Selbstzweifel aus, wir entwickeln Ängste, Panik oder bekommen innerlich das Gefühl ein Freak zu sein. Dass jede*r von uns ein wundervolles Geschöpfe unter der Sonne ist, das erkennen wir manchmal erst wieder, wenn wir unser Herz wieder für uns selbst öffnen.

 

Die ersten Beziehungen, die uns prägten nahmen zudem großen Einfluss auf unser Selbstwertgefühl, auf die Art und Weise, wie wir leben und lieben, diese Kernbeziehungen (für sich selbst) zu klären, ist ungemein stärkend und baut Selbst-bewusst-sein auf.